Teil 1: Jungsein im Wandel der Zeit
Das Projekt Geschichten-Galerie – Jung-Sein im Wandel der Zeit verbindet historisch-biografisches Lernen mit der Förderung zentraler Medienkompetenzen und knüpft zugleich eng an die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen an. Ausgangspunkt sind professionell produzierte Kurzinterviews mit Zeitzeugen und jungen Menschen von heute, die vom „Jung-Sein“ in unter-schiedlichen Epochen berichten. Auf diese Weise eröffnen sich vielfältige Perspektiven: Wie war es, in den 1960er-Jahren aufzuwachsen? Welche Themen bewegten Jugendliche in den 1990er-Jahren? Und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen sich im Vergleich zu den Lebensrealitäten heutiger Jugendlicher? Die Interviews regen die Schülerinnen und Schüler dazu an, sowohl historische Entwicklungen als auch die eigene Biografie zu reflektieren, Parallelen zu ziehen und Unterschiede wahrzunehmen.
Das pädagogische Ziel des Projekts liegt darin, historisch-biografisches Lernen mit der aktiven Auseinandersetzung mit Medien zu verbinden. Zum Einen entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein Verständnis für gesellschaftliche Veränderungen im Lauf der Geschichte und setzen sich mit Erfahrungen anderer Generationen auseinander, was Empathie, Perspektivwechsel und kritisches Denken fördert. Zum Anderen erwerben sie wichtige Medienkompe-tenzen: Sie lernen, audiovisuelle Inhalte zu analysieren und zu verstehen, Darstellungsformen kritisch zu bewerten, eigene Ideen kreativ umzusetzen und Ergebnisse adressatengerecht zu kommunizieren.
Die Arbeit mit den Interviews wird durch konkrete Aufgaben strukturiert, die eine abwechslungsreiche Annäherung an das Thema ermöglichen. So können die Schülerinnen und Schüler beispielsweise Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Jung-Sein heute und früher in einer Collage darstellen, persönliche Bezüge in Form eines Tagebucheintrags reflektieren oder ein prägnantes Zitat aus einem Interview in ein Bild, ein Meme oder einen Sound-Clip übersetzen. Darüber hinaus entwickeln sie eigene Ideen, wie sie das Thema „Jung-Sein“ medial darstellen möchten. Dabei wählen sie selbst das Medium, in dem sie arbeiten möchten – sei es ein Podcast, ein Kurzfilm, ein Blog, ein Social-Media-Format, eine Fotoausstellung oder eine Plakatreihe. Dieser kreative Freiraum stärkt Eigeninitiative, Motivation und Identifikation mit dem Projekt.
Der Ablauf der Projekttage gliedert sich in vier Phasen. Nach einer gemeinsamen Einführung und Diskussion der Kurzinterviews folgt eine Erarbeitungsphase, in der die Schülerinnen und Schüler die vorbereiteten Aufgaben bearbeiten und unterschiedliche Perspektiven erschließen. Daran schließt sich eine Produktionsphase an, in der ein eigenes Medienprodukt entsteht. Den Abschluss bildet die Präsentation der Ergebnisse im schulischen und auch öffentlichen Rahmen – dort in Form einer Ausstellung zum Jahresende.